Jetzt Verantwortung übernehmen! 4 Impulse aus dem letzten KI Business Breakfast des Jahres

Die KI-Falle, in der viele Führungskräfte sitzen

Der Kalender ist voll, der Kopf noch voller und genau dann soll auch noch das Thema KI seinen Platz finden. Du spürst, wie relevant es geworden ist, doch zwischen Meetings, E-Mails und Verantwortung bleibt kaum Raum, Dich damit in Ruhe zu beschäftigen. Gleichzeitig wächst der Eindruck, dass andere möglicherweise schon weiter sind, während Du selbst noch Orientierung suchst.

Um diese Realität ging es beim letzten KI Business Breakfast des Jahres. Es war ein Morgen voller ehrlicher Gespräche, spannender Perspektiven und persönlicher Einsichten darüber, wie wir KI wirklich verstehen, anwenden und verantwortungsvoll begleiten können. Vier Erkenntnisse haben diesen Austausch besonders geprägt und ich möchte sie heute mit Dir teilen.

Gäste frühstücken beim KI Business Breakfast

1. KI braucht Grenzen und Räume für echte menschliche Nähe

Ein Impuls, der mir besonders nachgegangen ist, kam diesmal aus der Theologie. Pater Elias H. Füllenbach brachte die Gedanken von Papst Franziskus zur KI ein. Sie waren überraschend fundiert, erstaunlich nah an aktuellen Fragen und vor allem zutiefst menschlich.

Eine seiner wichtigsten Beobachtungen betrifft die Vermenschlichung von KI. In einer Zeit, in der Einsamkeit zunimmt, entsteht leicht die Versuchung, Systeme wie ChatGPT als emotionalen Anker zu nutzen. KI kann Aufmerksamkeit simulieren und Nähe nachbilden, doch sie fühlt nicht. Sie erkennt Muster, keine Emotionen, und sie besitzt kein moralisches Urteilsvermögen. Für Führungskräfte ist das eine wichtige Erinnerung daran, wie entscheidend echte menschliche Beziehungen bleiben. Besonders in einer Arbeitswelt, die sich rasch verändert, bleibt Verbundenheit ein zentraler Faktor.

Der technokratische Blick ist KEINE neutrale Perspektive! KI-Systeme spiegeln immer auch die Interessen, Werte und Weltanschauungen ihrer Entwickler. Sie sind weder objektiv noch ideologiefrei.

Gleichzeitig warnt Pater Elias vor der gegenteiligen Gefahr. Autonome Systeme, die Entscheidungen ohne menschliche Kontrolle treffen, können Verantwortung unklar werden lassen. Genau deshalb braucht KI bewusst gesetzte Grenzen und Räume, die wir gestalten müssen.

2. Talent ist genug vorhanden, was uns oft fehlt, ist Mut zum Tempo

Professor Thomas Hollmann von der Arizona State University brachte eine Beobachtung mit, die viele im Raum sofort verstanden haben. Er sprach darüber, wie stark Deutschland in Bereichen der spezialisierten KI aufgestellt ist. Sensorik, industrielle Qualitätssicherung und forschungsintensive Anwendungen zeigen, dass wir über enormes Talent verfügen.

Was häufig fehlt, ist nicht Kompetenz, sondern Tempo. Während Städte wie Phoenix bereits Millionen autonomer Fahrten pro Monat erleben, stehen wir hier häufig noch am Anfang der Umsetzung. Die Vision ist vorhanden, doch der Schritt in die Praxis erfolgt oft zögerlich. Eine Anekdote, die Hollmann erzählte, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ein Startup, das ihn für die Einführung von KI engagiert hatte, begann erst in seiner letzten Arbeitswoche mit der tatsächlichen Umsetzung. Diese Verzögerungen entstehen nicht aus Unfähigkeit, sondern aus einem vorsichtigen Mindset.

Prof. Thomas Hollmann, Arizona State University hält einen Vortrag beim KI Business Breakfast

Trotzdem gab es an diesem Morgen auch Situationen, die Mut gemacht haben. Einige Führungskräfte zeigten, wie viel möglich ist, wenn man klein beginnt, erste Versuche zulässt und sich traut, in Bewegung zu kommen. Fortschritt muss nicht perfekt vorbereitet sein. Oft beginnt er mit einem einfachen Test und der Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.

3. KI macht Hotels nicht unpersönlicher, sie schafft mehr Raum für Menschlichkeit

Ein Beispiel, das mich besonders berührt hat, kam von Daniela Danz, General Managerin des Hyatt Düsseldorf. Ihr Team nutzt KI an mehreren Stellen im Alltag und zwar nicht, um Mitarbeitende zu ersetzen, sondern um ihnen Zeit zurückzugeben. Diese gewonnene Zeit fließt direkt in die Betreuung der Gäste.

Das Ergebnis ist eine Atmosphäre, die persönlicher ist als zuvor. Weniger Routinetätigkeiten, weniger administrativer Aufwand und mehr Raum für echte Aufmerksamkeit. Genau das zeigt, wie KI wirken kann, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Sie verdrängt Beziehungen nicht, sondern schafft Bedingungen, unter denen sie wieder stärker in den Mittelpunkt rücken können. Für alle Branchen, die mit Kund*innen arbeiten, liegt darin eine große Chance. Die entscheidende Frage lautet nicht, wie KI Kosten reduziert, sondern wie sie Teams dabei unterstützt, Menschen besser zu betreuen.

4. Ein klarer Weg durch die Komplexität: Prompts, Assistent*innen und Agenten

Am Ende des Breakfasts stand die Frage, die viele mitgebracht hatten. Wo starte ich ganz konkret. Niklas Greczak hat dafür einen Rahmen geteilt, der bereits vielen Menschen in unserer KI Business School Orientierung gegeben hat, besonders dann, wenn KI überwältigend wirkt.

  1. Der erste Schritt besteht darin, präzise und strukturierte Anweisungen zu formulieren. Menschen merken schnell, wie sie mit guten Prompts bessere Ergebnisse erzielen und wie sehr sich Qualität durch Wiederholung verbessert.
  2. Sobald wiederkehrende Aufgaben erkennbar sind, entsteht der nächste Schritt. Spezialisierte Assistent*innen bündeln Wissen, beantworten Fragen konsistent und unterstützen Prozesse. Viele erleben diesen Moment als eine echte Erleichterung, weil er sofort spürbare Entlastung schafft.
  3. Die dritte Stufe sind agentische Systeme, die komplexere Abläufe autonomer gestalten können. Sie sind nicht der Anfang, aber sie werden für viele Organisationen relevant, sobald die Grundlagen sitzen. Dieser klare Weg hilft, Druck herauszunehmen. Niemand muss alles gleichzeitig verstehen. Es reicht, zu wissen, wo man steht und welcher Schritt als nächstes sinnvoll ist.Möglichkeiten mit KI zu arbeiten

Fazit: Der nächste Schritt ist ein menschlicher Schritt

Dieser Morgen hat noch einmal deutlich gemacht, was ich in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe. KI wird erst dann wertvoll, wenn Menschen sich sicher fühlen, wenn sie den Mut haben, Fragen zu stellen, und wenn sie merken, dass Technologie nicht dazu da ist, sie zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen.

Wenn Du nach einem konkreten Einstieg suchst, dann beginne nicht mit den Tools, sondern mit einer einfachen Frage.

Welcher eine Prozess in Deinem Unternehmen würde Deinem Team sofort mehr menschliche Zeit schenken, wenn KI ihn unterstützen würde?

Genau dort beginnt die Veränderung, die Klarheit schafft, Tempo ermöglicht und eine Führungskultur stärkt, die KI nicht als Zwang erlebt, sondern als Chance, bessere Ergebnisse zu erzielen.

Gäste des KI Business Breakfast frühstücken und netzwerken miteinander.

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