Mein Onboarding aus dem Homeoffice

Durch Corona steht die Welt still. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, als Anfang/Mitte März das öffentliche Leben nach und nach eingestellt wurde. Mehr bedeutete die Krise für mich, als immatrikulierte Studentin und zu der Zeit noch praktikumssuchend, erstmal nicht. Dies änderte sich dann jedoch schnell, als ich merkte, dass sich durch den Lockdown viele Unternehmen verständlicherweise dafür entschieden, ihre Stellen für Praktika vorest zu streichen. Ich musste mich also – wie vermutlich viele – neu orientieren und stieß dabei glücklicherweise auf Synnous.

Mein Vorstellungsgespräch, welches ich bei Synnous nach einem ersten Telefoninterview hatte, wurde virtuell durchgeführt. Das schien erst einmal nicht sonderlich neu. Nicht immer sind Distanzen spontan zu überbrücken, weshalb man es gewöhnt ist, hier und da auf digitale Alternativen zu persönlichen Gesprächen auszuweichen. Jetzt, etwas mehr als einen Monat später, machen sich die Auswirkungen jedoch viel deutlicher bemerkbar und mein gesamter Onboarding-Prozess ist , nicht nur aufgrund der mentalen Auswirkungen der sozialen Distanzierung, ein ganz besonderer.

Schon beim Vorstellungsgespräch informierte mich meine derzeitige Kollegin Inga, dass als nächstmöglicher Schritt im Bewerbungsprozess ein persönlicher Kennenlerntag folgen würde. Auf diesem Weg sollen auf beiden Seiten Fragen geklärt werden: Passe ich ins Team? Welchen Eindruck haben die möglichen zukünftigen Kolleg*innen von mir? Fühle ich mich im Team wohl? Habe ich Spaß an den Aufgaben? Dies ist durchaus sinnvoll, aber in Zeiten der Corona-Krise erscheint es im ersten Moment nicht wirklich durchführbar. Glücklicherweise finden sich auch für dieses Problem heutzutage virtuelle Lösungen wie Gastzugänge oder Videokonferenzen. Soweit, so gut. Einen ersten Eindruck von der Arbeit und den Aufgaben kann man sich auf diese Weise zumindest grob bilden. Probeaufgaben, die übernommen werden können, sind dann zum Beispiel Rechercheaufgaben, die man gut zu Hause am eigenen PC erledigen kann. Wie man die Büroatmosphäre wahrnimmt und wie sich das Team im wirklichen Leben verhält, erfährt man allerdings nicht wirklich – wie auch?

In den ersten Arbeitstagen verhält es sich ähnlich. Enorm hilfreich sind dabei für mich allerdings die Videokonferenzen und die vielen Absprachen mit meinen Kolleg*innen. Sie erleichtern mir den Einarbeitungsprozess und ich kann das Team beispielsweise bei den Daily Check-Ins besser kennenlernen. Dennoch sind die Bedingungen natürlich erschwert und das nicht nur, da das Team gezwungenermaßen ins Homeoffice versetzt wurde und sich erstmal selbst orientieren muss. Vor allem beim Kennenlernen neuer Tools mithilfe von geteilten Bildschirmen wäre es zudem natürlich angenehmer, nebeneinander zu sitzen und so die Schritte nachvollziehen zu können. Nachfragen können in dieser Zeit nur durch Anrufe oder Nachrichten geklärt werden, auch hier stelle ich es mir für die Teamatmosphäre angenehmer vor, mal eben zum*r Kolleg*in gehen zu können und ein persönliches Gespräch zu führen. Viel Eigenarbeit bei der Einfindung ist also gefragt, was für mich kein Problem darstellt, da ich gerne autodidaktisch arbeite.

Hinzu kommt aber, dass sich der Arbeitsstart nicht wie ein wirklich neuer Start anfühlt. Mein Schreibtisch ist derselbe geblieben, nur die Inhalte, mit denen ich mich nun befasse, haben sich geändert. Ein neues Mindset und Motivation aufzubauen (und aufrechtzuerhalten) stelle ich mir in einem neuen Arbeitsumfeld deutlich einfacher vor. Das Erlebnis, jeden Tag an den neuen Arbeitsplatz fahren zu können, fehlt. Es ist schwieriger, sich an neue Arbeitsweisen anzupassen und auch nicht leicht möglich, sich an Kolleg*innen zu orientieren. Gerade deshalb ist das Einbinden in Calls und das Verteilen von Tätigkeiten von enormer Wichtigkeit. In Kombination mit der Flexibilität in Arbeitsweise und Arbeitszeit, die direkt gegeben ist, wirken aber vor allem diese Aspekte sehr motivationssteigernd für mich. Die Checklisten, die ich beim Onboarding zur Verfügung gestellt bekommen habe, helfen mir dabei gut, einen Rahmen zur Einarbeitung zu stecken.

Bis heute habe ich jedoch weder meine Kolleg*innen noch meine Chefin persönlich kennenlernen können und ich freue mich sehr darauf, wenn dies irgendwann endlich möglich ist. Meinen Arbeitsplatz habe ich bereits bei einer virtuellen Führung anschauen können, trotzdem warte ich gespannt darauf, mir in Realität ein Bild davon zu machen und auch tatsächlich an meinem Arbeitsplatz zu sitzen.

Alles in allem möchte ich einen ermutigenden Abschluss finden: Mit den heutigen digitalen Möglichkeiten ist ein Onboarding aus dem Homeoffice auf jeden Fall möglich und ich würde solch eine Chance genauso nochmal wahrnehmen! Nicht nur ich selbst habe viel in der Zeit lernen können, ich denke auch, dass mein Team an der neuen Situation gewachsen ist. Zusätzlich traf es sogar die Entscheidung, auch in Zukunft Studierenden ein Praktikum aus dem Homeoffice zu ermöglichen, neue Mitarbeiter*innen also komplett remote einzustellen. Insofern wirkte die neue Situation für alle also sogar beflügelnd. Nach eigener Erfahrung sollte aber darauf geachtet werden, dass dies nur mit Bewerber*innen möglich ist, die unter anderem eine hohe Eigeninitiative und –motivation mit sich bringen. Es erscheint mir besonders wichtig, dass man immer eine*n Ansprechpartner*in hat und aufkommende Fragen möglichst schnell klärt; dass der*die neue Mitarbeiter*in sich wohlfühlt; dass Neuankömmlinge schnell Aufgaben übernehmen können und produktiv werden. Somit sind also die Faktoren, auf die es bei einem erfolgreichen Onboarding-Prozess ankommt, doch gleich geblieben, wenn auch gewisse, definitiv aber überbrückbare, Hürden hinzukommen.

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